Vor gut fünf Monaten haben wir die LGBT*-Wohngruppe MORE* in Stolberg-Zweifall eröffnet. Genügend Zeit fand der Radiosender 100,5, um über erste Erfahrungen zu berichten. In dem hörenswerten Beitrag skizzieren Koordinator Günter Kriescher und Gruppenleiterin Janina Kempen in aller Kürze die Unterstützung, die junge Menschen erfahren, um geschützt und frei vom Normalitätsdruck eine eigene geschlechtliche Identität gepaart mit einer selbstbewussten Persönlichkeit zu entwickeln.
Jeden Tag „einfach so sein können, wie man möchte“, das ist für eine Bewohner*in das positive Fazit, drei Monate nach dem Einzug. Diese Freiheit macht die MORE*-Wohngruppe des ZfsA zu einem echten Zuhause.
Gerne reinhören!

LGBT* – dieser Begriff ist in Deutschland noch erklärungsbedürftig. Er steht für lesbisch, schwul, bisexuell und transgender – kurz für geschlechtliche Vielfalt und Offenheit. Dass das ZfsA Burtscheid am 1. Juli in Stolberg Zweifall eine LGBT*-Wohngruppe für sechs Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 17 Jahren eröffnet, ist deshalb nicht nur ein weiteres intensiv-pädagogisches Angebot des Zentrums, sondern auch ein Signal an und in die Gesellschaft. Denn es gibt viel nachzuholen, was den Schutz, die Förderung und die Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen betrifft, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität von der gesellschaftlichen Norm abweicht. Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen sind alltäglich und gehören fast immer zu ihren Biografien. Die ZfsA-Wohngruppe MORE* will jungen Menschen deshalb einen sicheren Ort bieten, an dem sie sich erfahren und entwickeln können, ohne auf ihre geschlechtliche Identität reduziert zu werden. Ein „Mehr“ ganz einfach an Normalität für Diversität, auch im Setting der stationären Kinder- und Jugendhilfe.




